Vielfältige Überraschungen, überraschende Vielfalt

Mit der Aufnahme von unbekannten Concerti & Sinfonie aus dem Neapel des frühen 18. Jahrhunderts geben uns Maurice Steger und sein Barockorchester Einblick in eine unglaubliche musikalische Vielfalt. Das bestätigen auch die vielen postitiven Kritiken und CD-Besprechungen aus aller Welt, die wir in den letzten Tagen und Wochen über die Aufnahme lesen durften.

«Aus dem Jahr 1725 datiert ein umfangreiches Manuskript mit 24 Flötenkonzerten, aus dem die ungemein abwechslungsreichen Konzerte von Sarro und von Francesco Barbella zu hören sind. Aber auch der Rest des Programms ist ausgesprochen stimmig. Da Steger mit insgesamt sechs unterschiedlichen Blockflöten antritt und auch die Continuo-Besetzung nicht zuletzt wegen des Psalteriums ausgesprochen farbig ist, kommt nirgendwo Routine oder gar Langeweile auf»,

so lesen wir zum Beispiel im Fono Forum Dezember 2012.

Viele der auf der CD präsentierten Komponisten seien «eher nur Spezialisten ein Begriff» und dennoch sei «deren Entdeckung nun eine Offenbarung» urteilt der Deutschlandfunk im Oktober 2012 in der Sendung «die neue Platte». In der gleichen Kritik lesen wir:

«…viele kleine dramtische Szenen (…) werden auf durchschnittlich 11 Minuten begrenzt, mit immer wieder überraschenden Wendungen, zum einen „bodenständig volkstümlich“ (so Steger), zum anderen „fast ätherisch“ und dann wieder zupackend mit italienischem Temperament.»

Nicht nur die Vielseitigkeit ist eine Charakteristik von «Una Follia di Napoli» sondern eben auch die ganz unterschiedlichen Gefühlswelten, die dem Zuhörer präsentiert werden. Christian Albrecht bringt es in seiner Kritik im Bünder Tagblatt treffend auf den Punkt:

«Stegers ausgeprägtes Markenzeichen, die (…) Gefühlswelten    einer Komposition freizulegen und sie authentisch in überzeugende künstlerische Aussagen zu giessen, erhält mit dieser neuen Silberscheibe seine unwiderrufliche Bestätigung. Geradezu bizarr anmutende instrumentaltechnische Anforderungen bilden für den Künstler ebenso wenig ein     Hindernis wie die Aufgabe, Poesie und Rhetorik in emotional anrührende Momente zu fassen. (…) «Bravi! Evivva» hätten die Neapolitaner vielleicht spontan als stärkste Bekundung ihrer ungeteilten Begeisterung ausgerufen».

Der NDR befand im November 2011 in seiner Sendung «CD der Woche»:

«Die CD ist vom Spannungsaufbau her dramaturgisch perfekt gestaltet. Dafür sorgen etwa Klangfarbenwechsel. Die Basso-Continuo-Gruppe ist mit verschiedenen Zupfinstrumenten besetzt sowie mit dem exotisch-mystischen Psalterium. Dazu kommen die Vitalität und Sensibilität des natürlich auch technisch formidablen Instrumentalensembles aus vorwiegend italienischen Musikern. Steger berührt mit “Una Follia di Napoli” tiefste emotionale Schichten. Ein grandioses Album!».

Natürlich wird auch die Improvisation über das «Follia»-Thema von Alessandro Scarlatti, welches passsend zu den gesamten opernhaften Verrücktheiten der Aufnahme der CD den Namen gegeben hat, in allen Kritiken speziell erwähnt. Die Gabe des Ensembles, über dieses einfache Thema variantenreich und überraschend zu improvisieren, wird besonders hervorgehoben. Der Englische Online CD Shop «Ariama» sagt es hier stellvertretend für alle Kritiken:

«There is a marvelous sense of team play in the strings and continuo instruments as they weave and dance around Stegers solos. The Alessandro Scarlatti Improvisation upon the Partite „Follia di Spagna“ delights with a free flowing, jam-session-like flavor that is simply marvelous.»

Und in der gleichen Kritik wird auch, ganz zu recht, die Aufnahmetechnik einmal speziell gelobt, welche «Una Follia di Napoli» nicht zuletzt zu dem Genuss macht, der sie ist:

«Steger and company also benefit from fine engineering, particularly in the way the rich textures oft he strings are recorded. This is a splendid album!».

Ganz zum Schluss noch das Verdikt der «International Record Review“, einer der wichtigsten Stimmen zu neuen Aufnahmen:

«A captivating, bracing and powerfully muscular performance…Steger’s thoughtful and adroit recorder playing is delightfully enticing…exquisitely cultivated and fastidiously controlled…a superbly played and recorded issue.»

Es freut Maurice Steger besonders, dass er neben diesen vielen positiven Kritiken auch auf der Shortlist für den ICMA (International Classical Music Award) steht, und zwar in der Kategorie «Baroque Instrumental».